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Hinrunden-Endspurt: Bei Gladbach geht was

November 27th, 2009

Morgen wird eine Weiche gestellt. Wird die Hinrunde für Gladbach ein Erfolg oder steht der Verein im Keller?

Wenn ich nicht auf die Punkte schaue, hat mir die Saison bisher gut gefallen. Viele Kritikpunkte, die ich in der letzten Spielzeit hatte, wurden abgestellt.

  • Es gibt ein klares System

  • Für das vorhandene Personal gibt es kein besseres System

  • Zuletzt wurde diese Linie unabhängig von den Ergebnissen durchgezogen

  • Die Neueinkäufe waren gezielt und verstärken die Mannschaft – es gibt mit Reuss sogar einen echten Glücksgriff. Ich müsste lange überlegen und wahrscheinlich Datenbanken bemühen, bis mir ein ähnlicher Transfer einfällt.

Es könnte alles sehr gut aussehen, wären da nicht die Punkte. Dank der spektakulären Negativserie, deren Auslöser das Hoffenheim-Spiel war, ist das zu wenig. Der Negativserie, in dessen Folge den Verantwortlichen Zweifel an der klaren Ausrichtung kamen und die sie die Mannschaft immer wieder umstellen ließ. Erfolglos – bis man wieder zur ursprünglichen Ausrichtung zurückgefunden hatte.

So schlecht es vor vier Wochen noch aussah – jetzt sieht es so aus, als würde Gladbach aus dieser Situation gestärkt hervor gehen. Sicher der eigenen Stärken und mannschaftlich zusammengeschweißt. Dass die Mannschaft immer lebte, bewies der Fansupport. Da merkte ein Publikum, dass sein Team stets unter Wert geschlagen wurde.

Deshalb ist mir nicht bange vor den nächsten vier Spielen, in denen es gegen Schalke, Bayern und Leverkusen geht. Und gegen Hannover. Die Saison hat bisher gezeigt, dass Gladbach dann am besten ist, wenn der Gegner das Spiel machen muss und die Mannschaft kontern kann. Das Restprogramm ist für Gladbach vielleicht erfolgversprechender als würde es gegen Bochum, Nürnberg und Berlin gehen.

Und die Saison hat gezeigt, dass die Abwehr, so sehr sie als Schwachstelle erschien, durchaus ein Garant für den Erfolg sein kann. Auch weil Spieler wie Brouwers oder Levels zwar keine herausragenden Talente, aber Typen sind.

Vier Punkte aus den nächsten vier Spielen – das ist realistisch und das würde für eine ausgezeichnete Ausgangsposition reichen. Und da Logan Bailly angekündigt hat, keinen Gegentreffer mehr zu kassieren, ist das ja auch fast schon in trockenen Tüchern.

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Sippenhaft oder BGH-Richter sind keine Auswärtsfans

Oktober 30th, 2009

In der letzten Woche hatten wir an dieser Stelle eine Diskussion über das allgemeine Alkoholverbot in Mönchengladbach vor dem Derby. Klar kamen da Argumente wie „Eingriff in die Grundrechte“. Ich äußerte einen Ansatz von Verständnis für die Maßnahme.

Was sind die Vorbedingungen? Nachdem Kölner Ultras eine Fahne der Gladbacher Fraktion gestohlen hatten, eskalierte die Gewalt im Vorfeld der Aufeinandertreffen im letzten Jahr. Von mir aus dürfen sich Hooligans gegenseitig blutig schlagen – nur sollten sie vorher ihre Krankenkassenkarte abgeben. Solange kein Unbeteiligter einbezogen wird, können diese Arschgeigen ihrem „Hobby“ frönen. Aber es eskalierte und Familien mit Kindern waren in der Gefahrenzone.

Diesen Zustand darf man nicht tolerieren. Aber wie soll man ihn verhindern? Mein Argument war, egal welche Maßnahmen man ergreift, irgendjemand ist immer in seinen Grundrechten verletzt. In meinen Augen wirken nur massive Polizeipräsenz und vorbeugende Stadionverbote – für C-Fans und für einen  Teil der B-Fans.

Damit sind wir beim heutigen BGH-Urteil. Nach dem dürfen Vereine sozusagen auf Verdacht Stadionverbote erteilen. Das Fatale ist: Diese gelten nicht nur für den ausführenden Verein, sondern deutschlandweit. Sollte der SC Freiburg mich also verknacken, dann dürfte ich auch nicht mehr in den Nordpark.

Laut SpOn behauptet der betroffene Fan, nicht an gewaltsamen Auseinandersetzungen beteiligt, sondern nur ein unbeteiligter Mitläufer in der Gruppe der Gewalttäter gewesen zu sein. Beweise gegen ihn liegen nicht auf dem Tisch, er wurde zwar von der Polizei in Gewahrsam genommen, aber in der Sache freigesprochen.

Und in diesem Fall wird es problematisch. Darf man einen Fan, der aufgrund des Hörensagens ein potentieller Unruhestifter ist, dauerhaft aussperren?

In diesem Punkt habe ich eine klare Meinung: Das geht gar nicht. Ich habe lange genug Blogs und Foren verfolgt – ohne je selbst davon betroffen gewesen zu sein – um zu wissen, dass die Polizeitaktik vor solchen Spielen Sippenhaft provoziert. Da werden auch mal gerne völlig harmlose Fans mit dem oder sogar ohne den Mob eingekesselt und an der Freizügigkeit gehindert. Der Willkür ist Tür und Tor geöffnet.

Die Krux ist hier die Regelung zum Stadionverbot, dass eben nicht nur Hausrecht der Vereine ist, sondern nationale Wirkung hat. Das Hausrecht muss ich akzeptieren: Wie ich bei meiner Party, hat jeder Verein das Recht, bestimmte Personen nicht reinzulassen. Ein Verbot für einen Spieltag würde die Verhältnismäßigkeit – ob zurecht oder nicht – jedenfalls noch wahren. Dies sollte aber mit Fingerspitzengefühl und vor allem in Kooperation mit dem Fanprojekt stattfinden und nicht par Ordre de Mufti. Dass sich an einen einmaligen auf Verdacht ausgesprochenen Verweis aber eine jahrelange drakonische Sanktion anschließt, das ist unverhältnismäßig.

Die Anti-Fans aber, denen eindeutig ein Vergehen nachgewiesen wurde, sollten sich durchaus ein bis zwei Saisons vor jedem Spiel auf der Polizeistation melden müssen – aber, und das ist viel wichtiger, durch begleitende Maßnahmen in geordnete Bahnen gelenkt werden.

Das ist meine Meinung zu diesem schwierigen Thema: Ohne Pauschalierungen geht es aber nicht und irgendjemanden wird es immer treffen, der es eigentlich nicht verdient hat, um die Sicherheit für alle zu wahren. Aber die Richter am BGH waren wohl sehr selten auf einer Auswärtsfahrt im Sonderzug. Denn wenn sie die Realitäten kennen würden, hätten sie sich nicht so weit aus dem Fenster gelehnt. Wie seht ihr das?

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Vor dem Derby: Großräumiges Alkoholverbot in Gladbach

Oktober 22nd, 2009

Am Samstag wird das großräumigste Alkoholverbot der Gladbacher Bundesligageschichte gelten.  Die Gründe dafür – unter anderem die Pläne der Ultras und eine Zusammenfassung der Ereignisse beim letzten Aufeinandertreffen -  stehen ausführlich in Amtsblatt.

Für den normalen Fan ärgerlich, aber angesichts der Gefahrenlage nachvollziehbar. Was zuletzt passiert ist, hatte mit gesunder Rivalität nichts mehr zu tun und die Idioten gefährdeten nicht nur sich selbst, sondern auch Unbeteiligte.

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Rezension: Fußballschuh “Under Armour Dominate”

September 23rd, 2009

Zurzeit ruht dieses Blog aus diversen Gründen. Aber Deal ist Deal, deshalb gibt es zwischendurch die Rezension der Fußballschuhe, die mir Under Armour zur Verfügung gestellt hat.

Normalerweise kicke ich mit Deichmann-Schuhen. Ich habe festgestellt, dass die mindestens genauso lange halten wie Marken-Treter und die diversen Vorteile wie extra-weiches Leder mir persönlichen ziemlich schnurz sind, weil ich sie im Spiel nicht bemerke.

Die Under Armour Dominate liegen mit rund 100 Euro in der gehobenen Preisklasse. Welche Unterschiede konnte ich feststellen, die die Mehrkosten rechtfertigen würden?

Die Qualität der Materialien ist durchweg gut. Auch bei Kleinigkeiten hat UA nicht gespart. So sind die zum Beispiel die Schnürsenkel deutlich solider als der übliche Standard.

Der Spann ist nicht aus Leder, sondern aus einer Art Gummi gefertigt. Die Oberfläche ist dadurch extrem griffig. Beim Abschluss spürt man definitiv einen Unterschied. Das ist gewöhnungsbedürftig, könnte aber mit ein bisschen Übung tatsächlich die Kontrolle verbessern. Die Stelle, an der das Gummi mit dem Leder vernäht ist, könnte allerdings eine Sollbruchstelle sein. Ob es tatsächlich eine ist, muss der Langzeittest zeigen.

Das Futter des Schuhs ist ebenfalls sehr griffig und nicht aus dem üblichen Material hergestellt. Der Effekt ist schwer zu beschreiben; es fühlt sich an, als würde der Schuh den Fuß passgenau umschließen.

Bei der Nockensohle merke ich keinen Unterschied zu einem beliebigen anderen Schuh. Mangels Regeneinsatz konnte ich noch nicht beurteilen, ob der Nässeschutz hält, was er verspricht.

Abschließendes Urteil:
Ja, die Schuhe sind besser als meine Deichmann-Treter. Ja, die Gimmicks machen Spaß. Nein, ich würde nicht den Mehrpreis investieren – außer diese Schuhe hielten zwei Saisons durch. Wer aber sowieso teurere Modelle bevorzugt, kann Under Armour bedenkenlos eine Chance geben.

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Vorschau: Gladbach gegen Bremen – viele Tore am Horizont

August 22nd, 2009

Meine Empfehlung für den Sonntag: Wer ein torreiches Spiel sehen will, sollte Bremen gegen Gladbach einschalten.

Die Voraussetzungen sind so parallel wie zwei Streifenauf  der Autobahn. Sowohl Bremen wie auch Gladbach spielten bisher mit einer Doppelesechs, von der jeweils ein Spieler (Borowski, Marx) eher offensiv orientiert war. Beide spielen mit zwei sehr offensiven Außen-Mittelfeldspielern, von denen jeweils einer dribbelstark ist (Marin, Matmour) und einer für die Spielgestaltung zuständig und torgefährlich ist (Özil, Arango). Beide Mannschaften haben einen breiten Sturm ohne wirklich gesetzte Spieler (vor Pizarros Rückkehr) und beide haben echte Probleme in der Abwehr.

Der Unterschied: Gladbach steht in der Grundausrichtung extrem tief. Bremen hingegen sucht traditionell die Offensive.

Bremen agiert natürlich personell auf einem höherem Niveau. Es ist also wahrscheinlich, dass Michael Frontzeck von seinem bisherigen Konzept abrückt und die beiden bisher überragenden Flügelflitzer opfert zugunsten eines dichten defensiven Mittelfelds, in persona Meeuwis, Marx und Bradley. Aber nur, wenn er den Schwanz einzieht. Liefe er mit der offenen Hose rum, würde er nichts ändern und einfach mal auf die Schwäche der Bremer Außenverteidigung hoffen und vor allem über die rechte Seite Druck machen.

Ich fände letztgenannte Alternative deutlich attraktiver. Gladbach hat nichts zu verlieren, hat jetzt schon die einkalkulierten Punkte aus den ersten drei Spielen geholt, und sollte Bremen mit offenem Visier entgegentreten.

Das würde wirklich ein großer Spaß. Und das habe ich lange nicht mehr erwartet, dass Gladbach nicht wie das Reh vor der Flinte steht, sondern befreit aufspielen könnte. Morgen ist – unabhängig vom Ergebnis – eine Marke, wie man den Rest der Saison auftreten will.

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Meine Empfehlung für den Sonntag: Wer ein torreiches Spiel sehen will, sollte Bremen gegen Gladbach einschalten.



Die Voraussetzungen sind so parallel wie zwei Streifenauf der Autobahn. Sowohl Bremen wie auch Gladbach spielten bisher mit einer Doppelesechs, von der jeweils ein Spieler (Borowski, Marx) eher offensiv orientiert war. Beide spielen mit zwei sehr offensiven Außen-Mittelfeldspielern, von denen jeweils einer dribbelstark ist (Marin, Matmour) und einer für die Spielgestaltung zuständig und torgefährlich ist (Özil, Arango). Beide Mannschaften haben einen breiten Sturm ohne wirklich gesetzte Spieler (vor Pizarros Rückkehr) und beide haben echte Probleme in der Abwehr.



Der Unterschied: Gladbach steht in der Grundausrichtung extrem tief. Bremen hingegen sucht traditionell die Offensive.



Bremen agiert natürlich personell auf einem höherem Niveau. Es ist also wahrscheinlich, dass Michael Frontzeck von seinem bisherigen Konzept abrückt und die beiden bisher überragenden Flügelflitzer opfert zugunsten eines dichten defensiven Mittelfelds, in persona Meeuwis, Marx und Bradley. Aber nur, wenn er den Schwanz einzieht. Liefe er mit der offenen Hose rum, würde er nichts ändern und einfach mal auf die Schwäche der Bremer Außenverteidigung hoffen und vor allem über die rechte Seite Druck machen.



Ich fände letztgenannte Alternative deutlich attraktiver. Gladbach hat nichts zu verlieren, hat jetzt schon die einkalkulierten Punkte aus den ersten drei Spielen geholt, und sollte Bremen mit offenem Visier entgegentreten.



Das würde wirklich ein großer Spaß. Und das habe ich lange nicht mehr erwartet, dass Gladbach nicht wie das Reh vor der Flinte steht, sondern befreit aufspielen könnte. Morgen ist – unabhängig vom Ergebnis – eine Marke, wie man den Rest der Saison auftreten will.

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Schon wieder: Gladbach spielt schönen Fußball

August 17th, 2009

Zwei Spieltage und den besten Saisonstart seit 14 Jahren später: Was ist der Unterschied zur letzten Saison? Warum hält der WDR Gladbach plötzlich für eine der Attraktionen der Liga?

Zunächst sicher einmal, weil Gladbach sich viele Torchancen herausspielt, aber mindestens ebenso viele zulässt. Logische Folge sind für die Zuschauer spektakuläre Spiele.

Im Vergleich zur Vorsaison steht die Mannschaft sehr viel tiefer, lauert erst zehn Meter hinter der Mittellinie. Das Ergebnis: Der Gegner bringt die eher langsamen Vertreter der Defensive nicht mehr mit einem einfachen Steilpass in Bedrängnis. Das macht Sinn und war vor allem gegen Berlin erfolgreich.

Sehr gut klappt das Konterspiel. Gladbach hat mit Matmour, Arango und Bobadilla (bisher) ausgezeichnete Stoßspieler, die viele lange Bälle runterpflücken und Richtung Tor tragen. Entwickeln Matmour und Bobadilla jetzt auch noch Torgefahr, Frontzeck würde über eine echte taktische Waffe verfügen.

Wer jetzt fragt: Wäre es dann nicht eine großartige Idee, den Gegner in einer 35-Meter-Zone vor dem eigenen Tor durch hautenges Spiel unter Druck zu setzen und so viele Fehler zu provozieren?, hat absolut Recht. Das passiert bisher leider so gut wie gar nicht. Im Gegenteil. Die beiden 6er Marx und Meeuwis ließen Kacar, Nicu und Cicero unbedrängt aus der Distanz abziehen und aus dem Halbfeld flanken. Marx war extrem fleißig, viel – vielleicht zu viel – nach vorne unterwegs, so dass ihm im Stellungsspiel oft entscheidende Meter fehlten. Die beiden äußeren Mittelfeldspieler sehen die Defensivarbeit eher als Kür denn als Pflicht an. So taten sich die Lücken auf.

Der große Verlierer des Wochenendes auf Gladbacher Seite war zweifellos Christopher Heimeroth. Unter der Woche kam von ihm noch eine Kampfansage per Sport Bild Richtung Logan Bailly. Im Spiel unterlaufen ihm zwei desaströse Fehler, die sogar seine Eignung als Ersatzkeeper infrage stellen.

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Saison-Prognose Teil 2

August 11th, 2009

Hannover 96

96 war auf dem Tranfermarkt extrem zurückhaltend. Nur die Abwehr wurde mit Haggui verstärkt (und jetzt auch der Sturm mit Konan Ya, aber die Prognose soll ja Stand letzte Woche widerspiegeln). Eigentlich nicht recht nachvollziehbar, nachdem in der letzten Saison doch einige Baustellen offenbar wurden. Aber Hannover traut wahrscheinlich dem eigenen Händchen nicht mehr, denn die teuren Neueinkäufe der letzten Jahre stellten sich durchweg als Durchschnittsware heraus.

Vielleicht ist es tatsächlich sinnvoller, mit dem vorhandenen Material an dem taktischen Verhalten zu Arbeiten, denn so schlecht, wie es die Anzahl der Gegentore vermuten lässt, ist die 96-Defensive nicht. Da ist mehr Potential drin und das sollte für eine Saison jenseits von Gut und Böse reichen.

10. Platz

1. FC Köln

Wie ich in diesem Blog bereits feststellte, gefallen mir die Kölner Neuzugänge durchweg gut. Die Verpflichtung von Maniche hat die für mich größte Schwachstelle behoben, die im zentralen offensiven Mittelfeld. Erfüllt der Portugiese 80 bis 90 Prozent der Erwartungen, dann geht da einiges im Vergleich zur letzten Saison. Die Innenverteidigung war eh schon gut, der Sturm ebenfalls und ist noch besser geworden. Sowas nennt man gemeinhin eine Achse.

Achtung: 5 Euro ins Phrasen-Schwein: Das einzige, was Köln im Weg stehen könnte, ist die Erwartungshaltung. Mit zwei absoluten Top-Transfers im Rücken könnten schnell unzufriedene Stimmen laut werden. Aber wenn nichts schief geht, sollt der FC eine ähnlich ungefährdete Saison spielen wie die letzte – mit Potential nach oben.

12. Platz

Eintracht Frankfurt

Mit Frankfurt tue ich mich schwer. Da sind viele Spieler, die man gerne unterschätzt, weil sie schon in der 2. Liga dabei waren und in den letzten Jahren bei der Eintracht gereift sind. Köhler, Russ oder Ochs. Auf demselben Level agieren die Neuverpflichtungen. Das sind alles keine Granaten mit höheren Ambitionen, aber durchaus geeignet für solides Mittelfeld und mit Teber und Franz sind zwei Charaktere mit Führungsanspruch dabei.

Insgesamt kann man nicht anders urteilen, als dass dieser Kader Eier hat, aber nicht für Spielkultur steht. Da dies aber etwa dem Profil entspricht, das man im Abstiegskampf braucht, sollte Frankfurt die Klasse halten.

Für so ein Spielermaterial war Funkel eigentlich der prädestinierte Trainer – und er hat lange genug bewiesen, dass er damit umgehen kann. Wie Skibbe, der ja eher als Taktiker bekannt ist denn als hemdsärmeliger Arbeiter, damit umgeht, das wird der entscheidende, unberechenbare Faktor.

14. Platz

VfL Bochum

Beim VfL Bochum ist personell so gut wie gar nichts passiert. Nicht wirklich die besten Vorzeichen, da in der letzten Saison bereits der Abstieg nur Dank einer für die Verhältnisse furiosen Rückrunde verhindert wurde. Die Hinrunde war hingegen unfassbar erfolglos. Was ist das wahre Gesicht der Mannschaft? Die Besetzung lässt eher schließen, dass die Rückrunde der Ausreißer war und die Hinrunde näher am Normalzustand war.

Koller muss ganz tief in die Taktik-Kiste greifen und selbst dann wird es schwierig. Ich traue dem VfL einen knappen Klassenerhalt zu, aber angesichts der Konkurrenz muss ich erstmal auf den Relegationsplatz tippen.

16. Platz

Borussia Mönchengladbach

Zur Borussia habe ich an dieser Stelle schon genug geschrieben.

Wäre da nicht die große Schwachstelle in der Abwehr, die durch ein bis zwei soliden Verpflichtungen hätte behoben werden können, ich wäre optimistisch. Aber so wird es für mich realistisch betrachtet wieder ein Überlebenskampf bis zum letzten Spieltag.

15. Platz

SC Freiburg

Wie immer ist Freiburg eine Mannschaft, die nur über Systemfußball und Mannschaftsleistung Punkte holen kann. Dass sie das kann, hat sie in der zweiten Liga eindrucksvoll bewiesen. Die Frage ist: Wie lange kann der SC die Euphorie und die Unbedarftheit bewahren. Ich glaube, dass es mittlerweile in der ersten Liga zu viel Qualität gibt, als dass man ausschließlich mit diesen begrenzten Mitteln den Klassenerhalt schaffen kann. Eine Mannschaft pro Saison schafft vielleicht diesen Kraftakt und den traue ich eher Mainz zu.

18. Platz

FSV Mainz 05

Ein Überraschungsteam muss es ja geben. Bei Mainz kann ich nicht viele rationale Argumente dafür nennen. Was mir einfällt sind die sinnvollen Verstärkungen im zentralen Mittelfeld. Ivanschitz ist der einzige Spieler, den Österreich herzeigen kann und ich hätte damit gerechnet, dass er bei einer höheren Hausnummer in die Bundesliga einsteigt. Polanski hat für mich in Gladbach in seiner Premieren-Saison fast alles vermissen lassen, was er versprochen hatte, aber in Getafe scheint er gereift zu sein und passt charakterlich 100% zu Mainz.

Der Trainerwechsel, so unverständlich er auf den ersten Blick erschien, macht für mich Sinn. Denn Mainz begründet ihn mit einer Philosophie und nicht mit aktuellen sportlichen Ergebnissen. Bei anderen Vereinen wären das Lippenbekenntnisse, aber bei Mainz ist das für mich glaubwürdig. Man will einen zweiten Klopp und glaubt ihn gefunden zu haben. Wenn das passt, dann ist der Klassenerhalt drin. Wenn man allerdings nur einen Pseudo-Klopp verpflichtet hat, kann das genauso gut schwer in die Hose gehen. Insgesamt sagt mir mein Gefühl: Da geht was.

13. Platz

1. FC Nürnberg

Einziger Neuzugang Thomas Broich? Was soll das denn? Für die Mittel des FCN fiel die Transferbilanz extrem mager aus und es waltet das Prinzip Hoffnung. Das einzige, was ich dem Club zugute halten kann, ist der erfahrene und vereinstreue Kern der Mannschaft. Vor allem im Sturm sehe ich aber extrem wenig Land und ein Mintal alleine macht noch keine Offensive.

So sympathisch ich Oenning und den Ansatz finde, auf junge Eigengewächse Talente wie Kammermeyer oder Gündogan zu setzen, so wenig sehe ich, dass damit kontinuierlich Punkte eingefahren werden können. Deshalb setze ich den FCN auf einen der beiden Abstiegsplätze.

17. Platz

Unter dem Strich, meine Tabelle:

  1. Wolfsburg

  2. Stuttgart

  3. Bayern

  4. Bremen

  5. Schalke

  6. Hoffenheim

  7. HSV

  8. Dortmund

  9. Leverkusen

  10. Hannover

  11. Hertha

  12. Köln

  13. Mainz

  14. Frankfurt

  15. Mönchengladbach

  16. Bochum

  17. Nürnberg

  18. Freiburg

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Das kürzeste Fußball-High der Welt

August 10th, 2009

Unentschieden, bitterer als Niederlagen. Sowas können nur ganz wenige Mannschaften fabrizieren. Gladbach gehört selbstverständlich dazu. Wir Fans sind zum Glück abgehärtet. Das was gestern passiert ist, ist Normalzustand. Wäre es so weiter gelaufen wie in der ersten Halbzeit, dann hätten wir unser Weltbild neu ordnen müssen.

Der Spielverlauf hat das bestätigt, was bereits vorher klar war. In der Offensive ist die Borussia durchaus gut besetzt. Solange der Gegner sich nicht wehrt, hält sie den Ball aus der eigenen Hälfte heraus.

Aber wehe, da macht jemand Druck. Dann fliegt die Abwehr auseinander, das defensive Mittelfeld verliert den Überblick und Lücken tun sich auf, so groß, man könnte mit einem Laster durch fahren. Dass das Team nicht nur auf einer Abwehrposition ein Tempo-Defizit hat ist ebenfalls nichts Neues.

Gestört hat mich lediglich Michael Frontzeck und seine Schönfärberei, der kollektive Daueraussetzer nach der Halbzeit sei lediglich eine unglückliche Fügung gewesen. Das war hoffentlich nur eine Außendarstellung. Denn wenn ein Mimoun Azouagh drei Mal hintereinander völlig freistehend kurz vor dem 16er den Ball bekommt, dann befindet sich irgendjemand im Tiefschlaf.

Nehmen wir doch einfach das Positive mit: Die Neuzugänge haben mehr als überzeugt. Sowohl Bobadilla als auch Arango zuzuschauen war ein Genuss. Gekontert wurde teilweise wie am Schnürchen und mit einem Tempo, dass ich seit mindestens fünf Jahren nicht mehr gesehen haben.

Und außerdem: Am ersten Spieltag erster sein  – das will ich gar nicht. Das bringt Unglück.

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Saison-Prognose Teil 1

August 8th, 2009

Selten war eine Saison schwieriger zu tippen als diese. Nur in einem sind sich so ziemlich alle einig: in den Mannschaften auf den ersten zehn Plätzen und in den Mannschaften auf den hinteren acht. Das einzige Team, das in der Klassengesellschaft schwierig einzuordnen ist, dürfte Hertha BSC sein, die aufgrund der Vorsaison eher oben, aufgrund des Personals eher unten rangieren dürfte.

VfL Wolfsburg

Meister werden ist schon schwierig genug, aber danach noch die komplette Mannschaft gegen alle Widerstände halten und sogar noch verstärken – das ist das Sahnehäubchen auf der Schüssel. Wenn man sich anschaut, wer da alles wie lange verlängert hat, dann kann man nur zu dem Schluss kommen: Der VfL ist in der Gehaltsklasse Bayern München gelandet. Im Gegensatz zu Bayern kann Wolfsburg personell übergangslos an die letzte Saison anknüpfen. Das ist ein großer Vorteil.

Armin Veh spaltet die Beobachter. Ganz großes scheint man ihm nicht zuzutrauen. Mein Eindruck von ihm ist, dass er mit gutem Material sehr gut arbeiten kann, eher langfristig als kurzfristig Probleme bekommen kann.

Spieler, die vor zwei Jahren noch unter ferner Liefen genannt wurden, haben sich zu absoluten Leistungsträgern entwickelt und werden immer noch unterschätzt, zum Beispiel Gentner oder Schäfer. Ich glaube, dass Wolfsburg wieder ganz oben mitspielen wird.

1. Platz

Bayern München

Louis van Gaal wird gerade von den Medien abgefeiert, als wäre Jesus in München auferstanden. Das schmeckt mir nicht. Klar, ich halte auch viel von ihm und mag ihn als Charakter sehr gerne. Nur: Autorität und Profil alleine sind noch keine Garantie für den Erfolg.

Bayern hat für mich eine große Baustelle in der Defensive. Wer mit einem Badstuber und einem Rensing als Stammkräfte in die Saison geht, dem fehlt die Klasse, um über den Dingen zu schweben. Wer Braafheid und Pranjic neben Gomez als Top-Einkäufe präsentiert, der ist nicht mehr als einer von vielen Anwärtern auf die Meisterschaft.

Van Gaal wird seine Probleme bekommen, wenn er zwei, drei Spiele hintereinander nicht gewinnt. Das wird Hans Meyer auf hohem Niveau. Wenn ich ehrlich bin: Ich würde es gerne sehen. Nicht weil ich Bayern schlechtes gönne. Nur aufgrund des Unterhaltungsfaktors.

3. Platz

VfB Stuttgart

Der VfB ist mir in der Vorbereitung gehörig auf den Sack gegangen. Kommt dieser Stürmer oder jener? Erstaunlich, dass Horst Heldt am Ende nicht enttäuscht, sondern sogar begeistert hat. Hleb ist für mich der Top-Transfer der Saison – ein besserer Schnapp sogar als Bayerns Neuzugang Gomez und dazu deutlich günstiger. Dazu der Russe mit dem komischen Namen im Sturm als Dark Knight – das ist mehr als überzeugend.

Die Stärke von Stuttgart liegt aber nicht in den Neuzugängen, sondern im bereits vorhandenen Material. Samy Khedira und Serdar Tasci hatten bisher den Ruf als Talente – dabei waren sie schon Leistungsträger und werden der neuen Saison ihren Stempel aufdrücken.

Einzig auf den Außenverteidigerpositionen sehe ich Schwachstellen. Magnin spielt seit zwei Jahren bereits auf der Kippe zur Ersatzbank und Träsch muss seine Qualität erst noch beweisen. Auf allen anderen Positionen hat sich Stuttgart unterhalb des Radars zur absoluten Spitzenmannschaft entwickelt.

2. Platz

Hertha BSC

Wie schon oben geschrieben: Die Hertha kann ich am allerschlechtesten einschätzen. Das Personal reicht gerade mal für einen Mittelfeldplatz. Klar, da sind einige sehr gute Spieler dabei. Kacar zum Beispiel, Friedrich oder Raffael. Ebert schaue ich wirklich gerne zu. Aber dann sind da auch Leute wie Piszczek, Stein oder Lustenberger, die auch bei einer Mannschaft des unteren Mittelfeldes nicht gesetzt wären.

Es liegt an Favre, ob er wieder eine Mannschaft aus den Einzelbausteinen zusammenschweißen kann, die die individuellen Schwächen durch Teamwork ausgleichen kann. Da mit Simunic der wichtigste Baustein den Verein verlassen hat, glaube ich nicht an eine nur annähernd ähnlich erfolgreiche Saison. Aber das schreibe ich jedes Jahr über die Hertha. Um mit nicht die Finger zu verbrennen, gebe ich einen Sicherheitstipp ab und platziere sie genau in der Mitte.

11. Platz

Hamburger SV

Beim HSV habe ich den Eindruck: Was in den letzten Jahren mühsam mit den Händen aufgebaut wurde, hat der Vorstand mit dem Arsch wieder eingerissen. Im Vergleich zu Stuttgart hatte Hamburg dieselben Karten in der Hand. Doch während im Schwabenland mit glücklichem Händchen klare Kontinuität gewahrt wurde, herrscht in der Hansestadt das verwaltete Chaos.

Jol weg, Beiersdorfer weg, Stress mit den Fans. Diese Saison kann ein Neuanfang sein oder eine Übergangssaison. Es liegt an Labbadia. Trotz offensichtlich bewusster Entscheidung für den Coach glaube ich nicht, dass Hamburg eine gute Wahl getroffen hat. Aus seinem Engagement in Leverkusen schließe ich: Labbadia ist verbissen und legt die Maßstäbe an seine Spieler, die er an sich selbst gestellt hat. Ein Psychologe ist er nicht. Im absoluten Top-Bereich geht das nicht gut.

Zum Positiven: Mit Rozehnahl, Berg und Elia wurden Knaller verpflichtet. Trochowski, Petric und Guerrero sollten in dieser Saison endgültig zu absoluten Leistungsträgern werden. Die Innenverteidigung ist  top besetzt. Das Mittelfeld bietet eine gute Mischung aus Erfahrung und Spielfreude. Vom Personal her zählt Hamburg zu den Anwärtern auf die ersten drei Plätze. Alleine die sportliche Führung lässt mich zweifeln, dass es nicht zu höheren Weihen reicht.

7. Platz

Borussia Dortmund

Es ist schon ein wenig strange, was Klopp mit Dortmund macht. Er holt Spieler, die er aus gemeinsamer Zeit in der unteren Hälfte der Liga kennt, aber von denen er weiß, dass sie sein System perfekt umsetzen können: taktisch extrem diszipliniert und lauffreudig. Dass ein Feulner oder ein Zidane aber nicht unbedingt geeignet sind, ein Team in den europäischen Wettbewerb zu schießen, dürfte auch dem blindesten Beobachter klar sein.

Aber genau deshalb ist Klopp vielleicht genau der richtige Mann am richtigen Platz. Er muss Dortmund durch eine Übergangsphase navigieren, um in zwei, drei Jahren richtig anzugreifen.

Erstaunlich, wie sehr der Trainer in nur einem Jahr dem Verein seinen Stempel aufgedrückt hat. Einen Frei – ehemals Torschützenkönig – lässt er bedenkenlos ziehen. Stattdessen holt er Zweitligaspieler, die plötzlich auf höherem Niveau funktionieren, und rührt mit einer der jüngsten Abwehrreihen der Liga Beton an.

Da steckt ein klarer Plan dahinter und deshalb wird der BVB eine – gemessen an den Ansprüchen – erfolgreiche Saison spielen

8. Platz

1899 Hoffenheim

Hoffenheim hat eine seltsame Saison hinter sich. In der Hinrunde lagen Fußballkenner Rangnick zu Füßen. Danach verscherzte sich der Trainer viele Sympathien mit zweifelhaften Interviews.

Nichtsdestotrotz hat Hoffenheim den jüngsten Kader, alle Spieler gehalten und das Team mit Simunic und Hildebrand extrem verstärkt. War in der letzten Saison noch die Offensive das Maß aller Dinge, ist jetzt auch die Abwehr ein Prunkstück.

Hoffenheim spielt für mich zweifellos den besten und attraktivsten Fußball der Liga, hat eine klare Philosophie und brillante Einzelspieler.

In der letzten Saison wirkte die Mannschaft unbedarft. Das muss sie konservieren. Wenn die Verantwortlichen es schaffen, die Jungs auf dem Boden zu halten (ich sage nur: Ba), kann die Mannschaft spielerisch an die Hinrunde 2008 anknüpfen – sie kann aber nicht die Konstanz haben, die man braucht, um ganz oben anzuklopfen.

6.  Platz

Schalke 04

Schalke ist für mich neben Hertha die Mannschaft, die ich am schlechtesten einschätzen kann. Kann der Magath-Faktor sofort zünden? Er könnte. Personell sind in der Stammelf alle Voraussetzungen vorhanden.

Damit es für die vordersten Plätze reicht, müsste aber bei einigen Spielern der Knoten platzen. Der Knoten, der zum Beispiel bei Kevin Kuranyi seit drei Jahren eher enger wurde als sich zu lockern. Der Knoten, der Ivan Rakitic und Halil Altintop um die Beine hängt.

Würden alle Spieler ihre Möglichkeiten so ausreizen wie ein Heiko Westermann, Schalke wäre ein klarer Kandidat für die europäischen Plätze. Dagegen steht nur die im Vergleich schwache Bank.

Mit dem Magath-Faktor tippe ich die Knappen auf einen knappen Europa-League-Platz.

5. Platz

Bayer Leverkusen

Leverkusen ist eine junge Mannschaft, in der alles vorhanden ist, was für den Erfolg notwendig ist. Kroos, Barnetta, Castro, Derdiyok,  Augusto, Kießling. Das sind handfeste Argumente für schönen und erfolgreichen Fußball.

Nur traue ich dem Trainer nicht. Jupp Heynckes ist der große Hype gewesen, weil er mit Bayern in vier Spielen das erreichte, was man erwarten durfte. Er gilt als Protege junger Spieler. Nur gerade dabei verrennt er sich gerne und ist wenig flexibel. Auf Schalke, in Gladbach und Frankfurt hat er bewiesen, dass er Vereine hinrichten kann.

In Leverkusen wird es nicht so krass, aber auch nicht erfolgreich,

9. Platz

Werder Bremen

Bremen ist die Mannschaft, auf die ich mit der meisten Spannung warte. Thomas Schaaf stellt sein System um und setzt dabei mit Özil und Marin auf extrem junge, aber umso kreativere Spieler. Normalerweise würde man von einer Übergangssaison sprechen, aber ich hoffe auf mehr und gönne es Werder.

Mit Frings und Borowski steht ein erfahrendes defensives, aber dennoch torgefährliches Mittelfeld auf dem Platz, das die Fehler der jungen Außen abfangen können sollte. Der Sturm ist nicht überragend, aber auf hohem Niveau ausgeglichen besetzt.

Personell agiert Bremen (noch) nicht ganz oben. Dennoch könnte Werder die beste Spielkultur der Liga zeigen.

4. Platz

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VfL vs. VfL: Eine undankbare Aufgabe

August 7th, 2009

Einen Tag vor der Saisoneröffnung bin ich fast genauso schlau wie vier Wochen zuvor. Das könnte man Max Eberl als Verdienst anrechnen, denn wann war ich schon mal einen Monat vor Saisonstart bar jeder Hoffnung davon überzeugt, dass es eine verdammt knappe Nummer wird?

Nie! und das zeugt immerhin davon, dass man bei Borussia Mönchengladbach Überzeugungen lebt.

Ich durfte mich immerhin am letzten Samstag versichern, dass nicht alles schlecht ist, ja, dass vielleicht die eine oder andere Lehre in den Köpfen der entscheidenden Personen angekommen ist.

Das erste Mal seit langer, langer Zeit durfte ein 2-Mann-Sturm in persona der in der letzten Saison geschnittenen Colautti und Neuville auflaufen. Und siehe da: eine Leistungssteigerung um gefühlte 300 Prozent. Sowohl der bisher völlig enttäuschende Israeli als auch der alternde Capitano fanden völlig neue, alte Laufwege und fühlten sich offensichtlich pudelwohl in der Aufstellung. In dieser Form meldeten beide Ansprüche auf einen Stammplatz an.

Sensationelles war zu sehen: Standardsituationen, die genau dort landeten, wo sie eigentlich hingehören. Nachdem bereits in der letzten Saison Marin daran erinnern ließ, dass Flanken aus der ruhenden Position nicht zwangsläufig hinter dem Tor landen müssen, ließ El Hurrican Juan Arango vermuten, dass das rhythmische Klatschen der Fans künftig mehr sein könnte als eine spaßige aber brotlose Unterhaltung der Kurve.

Nun sollte an dieser Stelle nicht schon wieder der Optimismus walten. Jeder Leser, der ein wenig googlen kann, würde mir unterstellen, dass dies in den letzten fünf Jahren zu oft der Fall gewesen sei, als dass man ihn noch ernst nehmen könnte.

Nein. Für die Borussia ist gleich das erste Spiel eine Hausnummer. Bochum ist eine Mannschaft, die man kaum einzuordnen weiß. Der VfL aus dem Ruhrgebiet hat kaum Transfers getätigt und sich heimlich durch die Vorbereitung geschlichen. Umso schlechter ist er einzuschätzen.  Ein Auftaktspiel gegen, sagen wir mal, Werder Bremen wäre dankbarer, weil man nur gewinnen könnte. Am Sonntag kann die Borussia beinahe nur verlieren.

Nur eines ist klar: So ein einfaches Spiel wie mit dem FSV Frankfurt wird man nicht haben. Im Gegenteil. Da trifft eine eingespielte Truppe auf eine teilweise neu formierte Mannschaft. Mit einem einzigen Punkt wäre ich zufrieden. Wenn es mehr wird, dann hätte Gladbach bereits einen guten Schritt in die richtige Richtung getan.

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